Vorlesen & Bilderbücher

Aus der entwicklungspsychologischen Forschung wissen wir, dass die Lesekompetenz eines Kindes erheblich durch das elterliche Vorleseverhalten beeinflusst wird. Wenn Eltern ihren Klein- und Vorschulkindern regelmäßig vorlesen, so entwickeln diese ein Verständnis dafür, wie Geschichten aufgebaut sind. Dies hilft den Kindern später, wenn sie selbst das Lesen erlernen sollen. Auch das kindliche Sprachniveau wird durch das elterliche Vorleseverhalten beeinflusst. Deshalb ist es so wichtig, dass Eltern immer wieder dazu bereit sind, ihren eigenen Lese/Redefluss zu stoppen, um geduldig die kindlichen Fragen zum Verlauf einer Geschichte zu beantworten; um unbekannte Worte zu erklären. Das kann dazu führen, dass man aufgrund der vielen Unterbrechungen nur langsam mit einer Geschichte voran kommt. Aber genau dieses Eingehen auf das kindliche Bedürfnis nach Einordnung und Erklärung ist wichtig, damit das Kind vom Vorlesen wirklich profitiert.

Die Stiftung Lesen (@stiftunglesen) empfiehlt Eltern mindestens 15 Minuten pro Tag vorzulesen. Länger ist natürlich empfehlenswert, aber auch eine kurze Vorlesedauer scheint mit positiven Effekten einherzugehen; dies ist ein sehr ermutigender und wichtiger Befund für Eltern.

Es ist wichtig, sich beim Vorlesen an den Bedürfnissen des Kindes zu orientieren. Was das konkret bedeutet? Manche Kinder möchten überhaupt nicht vorgelesen bekommen, sondern lieber die Bilder betrachten und darüber sprechen. Auch das zählt zum Vorlesen und ist sehr wichtig: Hier können wichtige Gespräche über die Protagonisten eines Buches entstehen. Was fühlen diese, warum verhalten sich diese so und nicht anders? Kinder lernen auf diese Weise hervorragend sich in die Perspektive von anderen hineinzuversetzen und Empathie für das Fühlen, Denken und Handeln anderer zu entwickeln.
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Vorlesen ist wichtig. Ich möchte es allen Eltern ans Herz legen und stelle deshalb hier auch Bilderbücher vor. 

 

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